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Abschied aus Patagonien

IMG2772.jpg Im nahegelegenen Nationalpark Conguillio, der zu den meistbesuchten Parks Chiles zählt, kann man neben dem aktiven Vulkan Llaima mit seinen 3125 m auch noch die Sierra Nevada mit ihren Gletscher und die herrlichen Araukarienwälder sehen – bei gutem Wetter. Den Vulkan habe ich leider nur ca. 2 Minuten gesehen in den zwei Tagen wo ich im Park war, sonst war die Wolkendecke entweder geschlossen um den Vulkan oder es regnete so das man auch nicht weit sah. Glück hatte ich bei meiner Wanderung die in die Sierra Nevada und durch die Araukarienwälder führte, ich wurde nicht Nass und die Wälder waren wirklich sehenswert, gerade jetzt im Herbst wenn die Hauptsaison vorbei ist und man ungestört die Natur genießen kann. Aber auch die Fahrt über die Lavafelder zur Laguna Verde oder durch die Araukarienwälder machte Spaß selbst wenn der Scheibenwischer immer gegen den Regen um die Sicht bemüht war.

So langsam war es genug mit all dem Regen also ging es auf die Autobahn gen Norden. Unbedingt wollte ich mir „Villa Bavieria“ anschauen, oder auch bekannt unter dem früheren Namen „Colonia Dignidad“. Gegründet von Deutschen Auswanderer unter der Leitung des Sektenführer Paul Schäfer wurde hier ab 1961 ein riesiges Stück Land urbar gemacht. Also aus dem nichts wurden hier Äcker angelegt, Bewässerungsgräbern gezogen, und von Schreinerei bis Geflügelaufzucht, Krankenhaus,Bäckerei,Wasserkraftwerk usw angelegt.Das gesamte Gebiet umfasst unglaubliche 300 km².

Was sich so schön anhört hatte leider auch eine Schattenseite, so verging sich dieser Ominöse Sektenführer an den Kinder und unter der Militärdiktatur wurde in dem Lager gefoltert und gemordet. Die Verbrecher von damals sind entweder gefasst und schon Tod, oder sogar noch auf freiem Fuß - in Deutschland, wo noch keine Anklage erhoben worden ist ! Im Internet kann man sich hierzu informieren, da gibt es viel zu lesen dazu. Ich habe mich auch mit vielen Leuten dort unterhalten, auch mit Leuten von der ersten Stunde und es war sehr interessant wie sie mit nichts hier angekommen sind und dann loslegten. Von morgens bis abends ging die Arbeit und das es sehr schwer war die erste Zeit. Unglaublich fand ich die Tatsache das, wie Er mir erzählte, seine eigenen Kinder nicht wussten das er ihr Vater sie, da die Kinder in Gruppen aufgezogen worden sind. Auch mit den Kinder aus der Zeit habe ich gesprochen und die erzählten mir, das sie ja nicht wussten wie es Normal sei und das es ja auch schön war unter gleichaltrigen zu sein. Die Geschichte bleibt natürlich ein Bestandteil dort und man versucht damit zu leben. Mir gegenüber waren sie sehr aufgeschlossen und erzählten von der Vergangenheit. Die Produkte die sie herstellen, Backwaren und auch Wurstwaren sind auch in großen Supermärkten in Chile zu erhalten, zudem gibt es auch eine „Oktoberfest“ dort und man veranstaltet auch Events (Hochzeiten usw) auf dem schönen Areal wo ich auch mich mit meinem Fahrzeug hinstellen durfte, mit herrlicher Aussicht auf die Anden. Da für mich die Schlosserei beruflich interessant war, schaute ich auch da vorbei und war beeindruckt was dort alles gemacht wird. Instandhaltung der eigenen Forst- und Landwirtschaftsmaschinen steht im Vordergrund der Tätigkeit und in Ermangelung an Ersatzteilen wird so manches Teil selber Hergestellt. Von einer Motorüberholung bis zum Kuchenblech alles wird hier gemacht. Entlang an dem neunreihigen Stacheldraht der das Gelände umgibt ging es am Tor wieder hinaus aus der Anlage. Aber auch dann folgte ich anderen Zäunen, der Anlage, um weiter nach Norden zu fahren.

Patagonien lag jetzt hinter mir und Santiago de Chile vor mir. Auch entlang der Autobahn gab es oft die Weinreben zu sehen, die manchmal endlos schienen und die Gegend südlich der Hauptstadt prägen. Aber je näher ich der Hautstadt an dem Fuß der Anden kam , je dichter wurde der Verkehr und so kam ich in den Genuss im Stau zu stehen. Bis ins Herz von Santiago leitet mich mein Navi sicher wo ich dann auf einem Parkplatz am Park „Metropolitano“ mein Auto abstellte. Über mir schwebten die Gondeln die die Besucher auf den Cerro San Cristobal brachten wo man die Jungfrau Marie Statue sich anschauen kann oder den Blick über Santiago schweifen lassen kann. Bei gutem Wetter sieht man die nahegelegenen Anden aber nicht immer erlaubt er Smog der Großstadt die Sicht. Mit einer Einwohnerzahl von mehr wie 6 Millionen ist Santiago die sechstgrößte Stadt Südamerikas, und das Stadtzentrum ist Modern und bietet alles was man sonst von großen Städten gewohnt ist. Aber auch hier bieten einem Straßenhändler alles an was man braucht, von Klopapier bis Schokolade , einfach alles kann an an den kleinen Ständen kaufen die man gleich beim verlassen der Metro antrifft. Ein paar wichtige Besorgungen wollte ich Tätigen und auch ein Paket mit Sachen heimschicken, aber nachdem ich erfahren musste das ich für ein 6 Kilo Paket 75 Euro zahlen muss bleibt doch alles bei mir und darf die Reise antreten über den 3220 m hohen Pass nach Argentinien.

Datum: 13.04.2017(146 Tag) - Tachometerstand: 109593 km - gefahrene Kilometer:11598 km / davon Europa 630 km / Südamerika 10968km – Ort:Santiago de Chile/Chile

AnhangGröße
Durch das Lavafeld57.57 KB
Schwarze Lava33.19 KB
Kann man gut drauf fahren40.03 KB
Bei der Laguna Verde66.97 KB
Durch den Arakarienwald89.46 KB
Araukarienwald beim wandern113.53 KB
Grün auf Schwarzem Grund173.7 KB
Da gehts lang144.48 KB
Der Wald wird dichter146.41 KB
Felder bei Villa Baviera65.41 KB
Villa Baviera94.34 KB
Bester Ernte148 KB
Alte Geräte123.83 KB
Krankenwagen71.48 KB
Roll-Plastikstuhl94.33 KB
Sonnenuntergang76.25 KB
Der Zaun schütz heute vor Kühen141.39 KB
Wasserturbine 73.7 KB
Schmiede76.51 KB
Am Zaun entlang 69.33 KB
Waldbrand187.27 KB
Kirche in Santiago 74.51 KB
Autoteile 110.33 KB
Keilriemen 122.2 KB
Fische87.07 KB
Polizei116.38 KB
Straßenstand92.96 KB
Blick über Santiago 86.19 KB
Jungfrau Maria80.5 KB
Auch hier gibts faule78.03 KB
Von klein bis groß 80.69 KB

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